P1120083k.JPG

Biografie

Geboren 1966, studierte ich Romanistik, Germanistik und Philosophie in Bonn und Bologna. Nach der anschließenden Ausbildung zum Redakteur arbeitete ich für verschiedene Radio- und Fernsehsender und schrieb Zeitungsreportagen, häufig über Menschen mit besonderen Lebenswegen vor zeitgeschichtlichem Hintergrund. Mittlerweile lebe ich mit meiner Familie auf einem Hof in Schleswig-Holstein. Dort in der Nähe spielt auch »Kronsnest«, mein erster Roman.

IMG_7321sk.JPG
IMG_6104k.JPG
IMG_5313k.JPG
IMG_2942k.JPG

Persönliches

In dem Roman KRONSNEST spielen Natur und Tiere eine wichtige Rolle, was bei dem bäuerlichen Setting kein Wunder ist. Ich beneide die Landwirte nicht, jene damals nicht und auch nicht die von heute. Und trotzdem lebe ich auf einem Bauernhof, halte Schafe, Schweine, Hühner und Bienen und würde nicht anders leben wollen.

Die Nähe zu Tieren war mir schon immer wichtig. Die genauen Gründe kann ich nicht fassen und benennen, dafür aber Situationen beschreiben, in denen mich der Kontakt zu Tieren besonders berührt. Es sind immer solche, in denen die biologisch festgelegten Grenzen zwischen mir und einem Tier verschwimmen. Meine Frau und ich haben Graugänse und verunglückte Dohlen oder Kohlmeisen großgezogen, also eigentlich wilde Tiere, die dann später tatsächlich ihrer eigenen Wege gegangen sind. Wir wurden als Eltern oder Gruppenmitglieder mit Zuneigung und Vertrauen bedacht, obwohl wir so grundsätzlich anders waren. Unsere Kinder haben die halbwüchsigen Gänse mit schnellem Laufen und mit Armbewegungen zum Fliegen animiert und einmal ist eine Gans nach einem Jahr mit einem wilden Ganter auf Stippvisite zurückgekommen. Sie landete im Garten, er auf der Weide dahinter. Das war sehr berührend.

Faszinierend war auch der Umgang mit ein paar Pferden, die wir eine Zeitlang zur Pflege hatten. Es ist tatsächlich möglich, mit solchen Tieren durch die richtige Körpersprache in engen Kontakt zu treten, ihnen das Gefühl von Sicherheit zu geben, sich Respekt zu verschaffen, wenn sie schwierig werden. Es gibt Menschen, die erstaunlich differenziert mit Pferden interagieren können, weil sie es gelernt haben oder einfach ein Naturtalent sind, ganz wie in KRONSNEST beschrieben.

Bei den Bienen, die ich schon seit 20 Jahren halte, besteht die Anziehungskraft in etwas ganz anderem. Man wird von ihnen nicht gemocht, man baut keine Gefühlsverbindung zu ihnen auf, jedenfalls nicht wie zu Säugetieren oder Vögeln. Aber man erhält tiefe Einblicke in eine neue Welt jenseits der normalen Wahrnehmung, ähnlich wie bei einem Blick durchs Mikroskop. Und man wird als eingreifender und regulierender Imker bis zu einem gewissen Grad Teil dieser Welt, in der unfassbar viele Mechanismen das Zusammenspiel der Insekten im Volk und in der umgebenden Natur regeln. Was für eine großartige Gelegenheit.

Aber natürlich hat die Tierhaltung für mich auch seine weniger schönen Seiten. Da ist nicht nur die viele Arbeit, sondern auch die Verantwortung, die eine Last sein kann. Wenn ein Bienenvolk durch meinen Fehler stirbt, ist das nicht angenehm. Wenn ein zutrauliches Huhn in einem Wasserbottich ersäuft, den ich gedankenlos irgendwo hingestellt habe, ist das schwer zu ertragen, von einem verendeten Schaf ganz zu schweigen.

Welche Bedeutung die Natur insgesamt für mich hat, zeigt sich mir auch daran, dass ich in meinen Urlauben selten mal in einer großen Stadt bin, und das, obwohl ich gerne in Museen gehe. Am liebsten fahre ich mit meiner Frau oder mit Freunden im Kajak eine schwedische Schärenküste entlang, also in einem winzigen Boot inmitten der Wellen. Wenn ich dann noch einen schönen Zeltplatz auf einer unbewohnten Insel finde und es nicht zu sehr regnet, bin ich glücklich und denke, dass es besser nicht sein könnte. Nirgendwo.